Das Kannelierte Minarett – Yivli Minare

Das Kannelierte Minarett – Yivli Minare
Minarette werden in der Regel als Teil einer Moschee errichtet, haben jedoch auch eine symbolische Bedeutung. Sie stehen für die Präsenz des Islams und dessen kulturelles Erbe. Wenn jedoch ein Minarett, wie im Falle des Kannelierten Minaretts, besonders auffällig gestaltet ist, kann es zusätzlich ein architektonisches Merkmal darstellen, das einen wichtigen Beitrag zur Gesamtästhetik und Identität seiner Umgebung leistet.
Die Türkei-Türken stammen aus Zentralasien und sind ab 1071 in die heutige Türkei eingewandert. Das erste große Reich, das sie gründeten, war das Seldschuken-Reich, das sein Zentrum im Landesinneren (Konya) hatte. Von dort aus schufen sie im Jahr 1214 zunächst einen Zugang zum Schwarzen Meer. Zwei Jahre später eroberten sie schließlich auch Antalya. Ihr Ziel war es, den Fernhandel zwischen dem Schwarzen und dem Mittelmeer zu kontrollieren.
Der Herrscher, der Antalya endgültig eroberte, hieß Izzeddin Keykavus. Das Kannelierte Minarett und die dazugehörige Moschee wurden von seinem Nachfolger, Sultan Alaaddin Keykubat, gestiftet. Laut Inschrift fand die Eröffnung im Jahr 1230 statt. Während die Moschee 1373 erneuert werden musste, stammen das Kannelierte Minarett und die umliegenden Bauten noch aus der Entstehungszeit.

Das Kannelierte Minarett – Yivli Minare
Das wichtigste Merkmal dieses Minaretts sind seine senkrechten Rillen am Säulenschaft, die sogenannten Kanneluren – daher auch der Name “Kanneliertes Minarett” (auf Türkisch: Yivli Minare). Als die Seldschuken begannen, Anatolien zu erobern, trafen sie überall auf antike Säulen, die üblicherweise kanneliert sind. Sie erkannten, dass Kanneluren einer Säule eine visuelle Textur verleihen, dank derer sich die Säule von anderen Bauelementen abhebt und zu einem Kunstwerk an sich wird. So übernahmen sie dieses antike Architekturelement und integrierten es in ein islamisches Minarett, wodurch sie eine einzigartige Synthese schufen. Symbolisch betrachtet knüpften sie mit den Kanneluren dieses Minaretts eine kulturelle Verbindung zu den christlichen Bewohnern. Auf der Basis solcher Verbindungen gelang es den türkischen Machthabern, die Kontinuität der vorhandenen Kulturen in ihr Herrschaftsgebilde einzubinden. Das Kannelierte Minarett ist in diesem Sinne ein Bauwerk von großer Aussagekraft.
Beschreibung: Der quadratische Steinsockel des Minaretts hat eine Seitenlänge von etwa 5,2 m und eine Höhe von 3,84 m. Darüber folgt eine ebenfalls quadratische Ziegelmauer, die 2,61 m hoch ist und an den Ecken abgeschrägt ist. Diese Abschrägung ermöglicht einen fließenden Übergang von der quadratischen Grundstruktur zu einem achteckigen Kranz. Der achteckige Kranz ist 3,11 m hoch und in 8 Nischen unterteilt. Ursprünglich waren die hellen Felder in den Nischen mit türkisfarbenen Fliesen verziert.
Über dem achteckigen Nischen-Kranz erhebt sich ein 2 m hoher, kreisförmiger Kranz, der etwas schmäler ist als der darunterliegende Nischen-Kranz. Wie der Nischen-Kranz war auch dieser ursprünglich mit türkisfarbenen Fayencen verziert. Anschließend folgt der zylindrische Körper des Bauwerks (Schaft), wodurch ein nahtloser Übergang von einem quadratischen Grundriss über den achteckigen Kranz zu einem zylindrischen Kreis entsteht – eine architektonische Meisterleistung.
Der zylindrische Teil des Minaretts ist insgesamt 17,41 m hoch und weist achtmal senkrecht ausgeführte Kanneluren auf. Daher wird es als kanneliertes Minarett bezeichnet. Die ersten 105 cm der kannelierten Zone bestehen aus Stein und waren ursprünglich ebenfalls mit Fayencen verziert.
Der kannelierte Teil des Minaretts endet mit einem 1,41 m hohen Balkon (Scherefe), der bei der Restaurierung im Jahr 1954 erneuert wurde.
Vom Balkon aus ragt das Minarett weitere 4,43 m in die Höhe. Dieser oberste Teil des Turmkörpers (Petek) ist schmäler als der untere Teil. Darauf befindet sich ein spitz zulaufender Turmhelm (Külah) mit einer Höhe von 3,44 m. Der Turmhelm besteht aus Holz und ist mit Blei bedeckt. Von der Spitze des Turmhelms erhebt sich ein 1,37 m hoher Halbmond, der das Minarett abschließt. Insgesamt ist das Minarett, gemessen vom Boden bis zur Spitze des Halbmonds, 39,62 m hoch.
Im Inneren des Minaretts befindet sich eine Wendeltreppe mit 92 Stufen, die zum Balkon hinaufführt. Die ersten 17 Stufen haben eine Höhe von etwa 20 cm, während die restlichen 75 Stufen eine Höhe von 40-44 cm aufweisen. Früher, als es noch keine Lautsprecher gab, stiegen die Muezzins fünfmal am Tag diese Stufen zum Balkon des Minaretts hinauf und riefen von dort die Gemeinde zum gemeinsamen Gebet auf (Ezan).
Unmittelbar gegenüber dem Kannelieritem Minarett befindet sich ein Bauwerk, in dem heute Souvenirs verkauft werden. Es handelt sich dabei um eine ehemalige Medrese (theologische Hochschule) namens Ulucami Medresesi – Imaret Medresesi. Eine weitere theologische Hochschule befand sich gleich neben dem Kannelierten Minarett (Atabey Armağan Medresesi). Von dieser zweiten Medrese ist lediglich das Portal erhalten. Im Gegensatz zu der restaurierten Medrese, deren Inschrift nicht mehr vorhanden ist, steht auf dem alleinstehenden Portal, dass das Bauwerk 1239 von dem Reichskanzler des Sultans II. Gıyâseddin Keyhusrev (Atabey Armağan) gestiftet wurde. Im Umfeld des Kannelierten Minaretts finden derzeit Restaurierungsarbeiten statt.



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Bootstouren in Antalya
Bootstouren in Antalya
Bootstouren bieten die Möglichkeit, die Schönheiten der Region auch vom Meer aus zu erleben. Eine Fahrt auf dem Mittelmeer ermöglicht es Ihnen, die Buchten und Inseln zu besuchen und ist eine großartige Gelegenheit, die atemberaubende Aussicht zu genießen. Schwimmpause im türkisfarbenen Wasser gehören zu jeder Bootsfahrt dazu. Außerdem besteht während der Bootstouren die Möglichkeit zum Schnorcheln.
Für eine Bootstour empfehlen wir Ihnen das Gebiet um und vor allem westlich von Kemer. Wenn Sie in Side, Belek, Kundu oder der Stadt Antalya eine Bootsfahrt unternehmen, fahren Sie entlang einer schnurgeraden Küste und sehen nur Hotelanlagen bzw. Hochhäuser. Ab Kemer jedoch reihen sich in Richtung Westen malerische Buchten aneinander. Sie liegen alle zu Füßen des Taurusgebirges und werden von malerischen Nadelwäldern liebevoll umarmt.



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Köprülü Kanyon

Willkommen im atemberaubenden Köprülü Kanyon, einer Naturschönheit in Antalya!
Der Köprülü Kanyon, der sich entlang des klaren Köprüçay-Flusses erstreckt, bietet einzigartige Möglichkeiten für Abenteuerliebhaber und Naturliebhaber. Hier können Sie das unvergessliche Erlebnis des Wildwasser-Raftings genießen oder durch die atemberaubende Landschaft wandern. Die hohen Felswände und das türkisfarbene Wasser schaffen eine malerische Kulisse für unvergessliche Erinnerungen. Kommen Sie und erkunden Sie die unberührte Natur, machen Sie eine aufregende Raftingtour oder genießen Sie einfach die Ruhe und Schönheit dieser bemerkenswerten Gegend. Der Köprülü Kanyon wird Sie mit seiner natürlichen Pracht verzaubern und Ihnen ein unvergessliches Abenteuer bieten!



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Was macht die Altstadt von Antalya aus?

Die Altstadt von Antalya, auch bekannt als Kaleiçi, ist ein historisches Viertel im Herzen der Stadt Antalya. Sie steht kurz davor auf die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen zu werden. Bekannt ist sie für ihre einzigartige Architektur, ihre engen Gassen und ihre reiche Geschichte. Hier sind einige besondere Merkmale, die die Altstadt von Antalya auszeichnen:
- Historisches Erbe: Die Altstadt ist reich an historischen Gebäuden, die bis in die römische, byzantinische und osmanische Zeit zurückreichen. Es gibt gut erhaltene Stadtmauern, Türme, Moscheen, Kirchen und andere historische Stätten.
- Charmante Atmosphäre: Die Altstadt hat eine malerische und romantische Atmosphäre mit ihren engen Kopfsteinpflastergassen, bunten Häusern, blühenden Bougainvillea-Pflanzen und kleinen Plätzen. Es ist ein Ort, an dem man spazieren gehen und das historische Flair genießen kann.
- Hadrianstor: Das Hadrianstor, auch bekannt als das Dreitor, ist ein beeindruckendes römisches Tor, das den Eingang zur Altstadt markiert. Es wurde im 2. Jahrhundert n. Chr. erbaut und ist ein Symbol für die historische Bedeutung der Stadt.
- Yivli Minare Moschee: Die Yivli Minare Moschee ist ein markantes Wahrzeichen in der Altstadt. Sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut und zeichnet sich durch ihr kanneliertes Minarett aus.
- Händlerbasar: In und um die Altstadt gibt es lebhafte Händlerbasare, auf dem man lokale Produkte, Gewürze, handgefertigte Souvenirs und vieles mehr kaufen kann. Es ist ein großartiger Ort, um in die türkische Kultur einzutauchen und traditionelle Artikel zu entdecken.
- Antikes Hafenareal: Der antike Hafen wird von den 47 Gassen der Altstadt liebevoll umarmt. Hier kann man Überreste der antiken Stadtmauern, des Hafentors und anderer Ruinen entdecken. Mit seinen vielen Ausflugsbooten und den Fischrestaurants rundherum gilt der antike Hafen Antalyas als der schönste Stadthafen der türkischen Riviera.
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Das archäologische Museum

Das archäologische Museum Antalyas gilt als eines der bedeutendsten Museen der Türkei. Es verfügt über eine beeindruckende Sammlung antiker Kunstwerke, darunter besonders gut erhaltene Skulpturen. Daher ist das Museum auch für historisch weniger Interessierte ein Erlebnis. Die bis zu 3 Meter hohen Statuen griechischer Götter und römischer Kaiser sind so anschaulich, dass selbst Kleinkinder staunen. Auch die vielen Sarkophage mit ihren Marmorreliefs sowie die Keramik- und Münzsammlungen zählen zu den wertvollsten im ganzen Land.
Das archäologische Museum Antalyas ist in diesem Sinne nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch des Staunens und der Inspiration. Es bietet Ihnen die Möglichkeit, die reiche Geschichte der Region unkompliziert und anschaulich zu verstehen. Darüber hinaus ist dieses Museum ein offener Beleg dafür, dass Antalya und seine Umgebung mehr als nur Strand und Meer zu bieten haben.
Wir hoffen, dass Ihr Besuch des Museums eine bereichernde Erfahrung auch in dieser Hinsicht wird.
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Was Sie unbedingt sehen sollten: Ein kleiner, schmuckloser Sarkophag, den eine Frau namens Rhodope für ihren verstorbenen Hund Stephanus anfertigen ließ. Interessant ist die eingemeißelte Inschrift:
“Das Glück von Rhodope” nannten ihn diejenigen, die mit ihm spielten.
Plötzlich hat ihn der Tod ereilt, und das Grab hat seinen Leichnam verborgen.
Dies ist das Grab des verstorbenen Hundes Stephanus.
Rhodope hat um ihn geweint und ihn wie einen Menschen begraben.
Rhodope hat mein Grab für mich, den Hund Stephanus, erbauen lassen.
*Unsere Empfehlung: Der auch auf Deutsch einstellbare Audio-Guide des Museums ist hervorragend.
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